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Waiting.

Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es ein normales Leben. Problematisch könnte meine Unzufriedenheit sein, denn so ein normales Leben ist ohne Inhalte wie Essen & Erbrechen und stundenlangen Suizidträumen bestimmt ziemlich leer. Hätte ich also dieses neue Leben und die Ansicht einer normalen fast 19-Jährigen, wäre doch alles gut, oder?! Ich würde am liebsten für immer etwa 47kg wiegen, das ist ein schönes Gewicht, finde ich. Dazu aber keine Körperschemastörung, die mir alles kaputt macht. Die 47kg sollen mir genügen, ich möchte mich hübsch und ansehnlich finden können, shoppen soll mir Spaß machen, da es so viele Dinge gibt, die an einem zierlichen Körper gut aussehen. Meine Freunde sollen bleiben, sie sind nett. Meine Stimmungen sollen ab da keine Momente mehr kaputt machen, ich möchte lieb und höflich sein. Ich möchte, dass man mich mag und dass man sich nicht an mich als "die Kranke mit den Narben" erinnert. Denn Narben habe ich keine mehr.

Achja. Sehr schön wäre das.

Und was ist die Realität? Davon fange ich gar nicht an.

Was, wenn ich mich jetzt richtig, richtig kaputt machen würde? Sex, Drugs & Rock'n'Roll ... oder so ähnlich? Ich haue mich mit Speed weg, magere endlich ab, kann Leistungen erbringen und wenn mir dann irgendwann alles zu viel wird und ich die Sache nicht mehr gemeistert bekomme, bringe ich mich einfach um? Das wäre es.

Aber das ist wohl icht möglich. Ich werde weiter die Zähne zusammenbeißen müssen, lernen, funktionieren.

Wie heute. Meine Eltern sind wieder sagenhaft lieb zu mir. Ein Bitte oder Danke? Nö, man muss sparen, in diesen Zeiten.

"Du fährst heute noch was mit dem Motorrad!" (Ach, das tue ich? Wusste ich noch gar nicht!) "Du räumst mir gleich noch die Spülmaschine ein und aus." "Dann wischst du mir noch durch die Küche, die ist so dreckig." "Dann rufst du diesen Mann nochmal an!" 

Alles klar. In diesen Momenten könnte ich einfach nur erbrechen. Ihr vor die Füße. Und dann kann sie es bitte selber wegmachen, naja, ich sage wenigstens noch bitte.

Aber alles auch in so einem unfreundlichen Ton. Ich bin doch nicht die Minna, die alles machen muss und wehe wenn nicht?! Alternative Zeitbeschäftigungen habe ich zwar nicht so wirklich, was soll ich auch tun? Lernen... wie auch immer. Aber trotzdem könnte man mich ja mal nett fragen. Oder wenigstens hinterher danke sagen.

Weshalb bin ich eigentlich noch hier? Ja, weshalb genau?

Wer braucht mich denn? Die Eltern zum Putzen, weil sie so viel Arbeiten müssen? Wer denn, ernsthaft. Ich bin die mit den fiesen Launen, die Unberechenbare. Ich mache Ärger, denn wenn es mir schlecht geht, muss man auf mich Acht geben, das kostet Anstrengungen. Und wenn es mir gut geht ist das auch anstrengend. In der Schule erbringe ich eher die oberen durchschnittlichen Leistungen, bis auf ein paar Fächer. Kunst 1+, Mathe 4 bis 4- .. das Übliche eben. Wer braucht mich, auf wen warte ich? Auf WAS warte ich?

11.10.10 20:38


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Aus dem Leben zurück in die Hölle.

Die Abschlussfahrt war genial. Das erste Mal seit Jahren länger Weg von Zuhause.

Aber es war wirklich super, Barcelona ist eine wunderschöne Stadt. Das Wetter war mit 27°C sonnig und heiß, ich war sogar im Meer schwimmen, im Bikini! Es war schon ein komisches Gefühl, aber keiner aus meinem Kurs hat was blödes gesagt, im Gegenteil, sie fanden das mutig und beachtenswert. Natürlich war das nicht so, wenn die zwei Lehrer dabei waren, aber sonst... nur in der Schule werde ich es trotzdem nicht machen, es gibt einfach zu viele Idioten.

Jedenfalls sind wir viel gelaufen, jeden Tag um die 20km. Dafür haben wir aber auch viel gesehen, die Sagrada Familia, Casa Battló, Casa Milà, das Miró-Museum, das Olympia-Museum, die ganze Stadt einfach, mit ihren kleinen, süßen Gässchen, aber auch die langen, breiten Straßen Eixamples... wunderschön. Ich bin sogar braun geworden, aber ich mag das nicht so gerne, ich bin lieber blass... denn der Adel war schon immer blass neinnein.

Und ich habe gelebt. Seit langem. Ich habe einfach nur gelebt, gelacht. Mich gut gefühlt. Ich fühlte mich so frei, wir waren unter uns, haben Party gemacht, ich war immer in Gesellschaft und hatte so kaum eine Minute mit mir allein, was aber gut war. Es war zwar megaanstrengend und ab und zu wurde ich auch richtig gereizt, aber alles in allem hat es mir gut geholfen, nicht über meinen ganzen Scheiß nachzudenken. Mit dem Essen war es okay, wir hatten morgens und abends Buffet, da gab es nicht viel für mich als Veganerin. Morgens soetwas wie Brötchen mit Erdbeermarmelade, Abends soetwas wie Brötchen mit Salat. Kam mir aber ganz gelegen. Die Supermärkte hatten vegane Kekse, an den ersten zwei Tagen habe ich dann noch recht viel gegessen, danach beschränkten sich meine Mahlzeiten auf drei, die auf den Tag verteilt waren. Ich fühlte mich so normal, so gesund. Wie die anderen, denn ich aß, als sie auch gegessen haben. Dann konnte das doch nicht verkehrt sein, oder? Ich richtete mich dann nach den anderen Mädchen, wollte natürlich insgesamt weniger essen als sie, aber sonst... es war gut. Ich habe auch nicht erbrochen, kein einziges Mal! Verletzt habe ich mich auch nicht. Es war einfach eine gute Zeit.

Und dann war plötzlich Donnerstag. Irgendwie machte sich ein mulmiges Gefühl in mir breit. Auf dem Weg zum Flughafen wurde dieses Gefühl immer größer, nahm mehr und mehr Platz ein. Ich musste die Tränen unterdrücken. Es war einfach so schwer, mein ganzer Körper wiegte 200 Kilo mehr, ich wollte mich am liebsten einfach auf den Boden legen und dort festwachsen, ich wollte nie mehr von diesem Ort weg, ich wollte da bleiben. Nicht, weil ich es dort so wunderschön fand (gut, das auch), sondern, weil es bei mir zuhause so schlecht ist. Es liegt nicht nur an meinen Eltern, wie das mein Lehrer sieht. Er denkt, die Eltern seien alles Schuld. Als es mir schlecht ging, hatte er bloß die Worte "Zieh doch aus, deine Eltern sind verpflichtet, dich finanziell zu unterstützen!" parat. Aber das ist es ja nicht. Ich bin das größere Problem. Kann nicht einfach meine kranke Seite ausziehen? Ich wäre dafür. Raus aus den Leben, zurück in die Hölle. Ich wusste, sobald ich Zuhause bin, wird es wieder losgehen, mein kranker Alltag wird wieder das einnehmen, was die fünf Tage lang Leben war. Und es geht weiter. Das Alleinsein. Das sich-allein-fühlen zumindest. Das unkontrollierbare Essverhalten. Was ist denn jetzt genug, was zu viel? Meine Eltern essen auch nicht normal, nach wem soll ich mich richten? Ich weiß einfach nicht, was normale Portionen sind. Und durch das Ablegen des Rythmus' kommt wieder diese Unordnung. Das "Es war zu viel!" ... das hatte ich in Barcelona auch, aber dadurch, dass ich immer in Gesellschaft war, hatte ich nicht die Möglichkeit, es wieder zu erbrechen. Und jetzt? Jetzt kommt alles, was als zu viel interpretiert wurde wieder raus ins Klo. Und dann geht es weiter, mein erneuter körperlicher Zerfall, die Verzweiflung. Das Schneiden, wenn es mir schlecht geht, bei den Temperaturen kriegt ja niemand mehr meine Arme zu Gesicht.

Schon im Flugzeug zurück nach Düsseldorf hatte ich starke Selbstmordgedanken. Ich wollte nicht zurück in meine persönliche Hölle. Man könnte meinen: dann ändere was dran! Du hast ja auch die fünf Tage recht gut durchgehalten! Ja. Ich versuche seit mittlerweile 4 Jahren, die ich in Therapie bin, etwas zu ändern. Hat es mir Erfolg gebracht? Ich musste schließlich, nachdem ich die Maximalzahl an Therapiestunden mit unzähligen Verlängerungen erreicht hatte, die Therapie als "erfolgslos" beenden. Und nun bin ich für die Verhaltenstherapie gesperrt. Erst in 1 1/2 Jahren darf ich wieder. Woher soll ich die Kraft nehmen? Leben ist so anstrengend, abseits von Spaß und Freiheit. Ich weiß nicht, ob ich dieser Anstrengung gewachsen bin. Mal wieder. Ja, ich weiß, ich hab immer wieder solche Phasen, die Leser hier kennen das sicher schon. Aber für mich ist es mehr als eine  Phase. Es ist eine wichtige Entscheidung. Die wichtigste, ausschlaggebenste meines Lebens. Leben oder nicht leben?

Ich hatte ja mal einen Tag angesetzt. An dem es geschehen soll. Die Planung war abgeschlossen. Dann hatte ich die Idee wieder verworfen, da mich meine Euphorie und Zuversicht wieder hochgezogen haben. Sterben? Nein. Ich mache jetzt mein Abi und studiere dann Medizin! Ich werde die Welt revolutionieren! Ja, ist klar. Ich muss erstmal mein Abi schaffen. Ich hab schon von mehreren gehört, dass das Studium noch viel anstrengender ist als Schule. Hm, ich bin schon in der Schule aufgeschmissen. Kann das überhaupt klappen? Wenn ich schon so oft einfach gesundheitlich nicht in der Lage bin, die Schule zu besuchen, wie wird das dann mit dem Studium sein? Habe ich überhaupt eine Chance? Als mich der schon erwähnte Lehrer vom Thema ablenkend fragte, was ich nach der Schule machen möchte und ich ihm von den Plänen erzählte, fragte er erstmal ungläubig, ob ich den NC überhaupt erreichen könnte. Und ich dachte mir nur: dankeschön. Öl ins Feuer gießen ist eine super Sache! Ich meinte, ich könnte ja auch ein paar Semester warten. Ob das mein späteres Leben wird?

Oder ob mein Leben bald schon vorbei sein wird?
Da kann ich noch nichts zu sagen.

10.10.10 16:48


miserable.

Es war wieder ein schlechter Tag.

Immerhin habe ich mit vier Menschen geredet, auch wenn zwei davon meine Eltern waren.

Und mit dem Essen? Scheiße ist es. Hab ja viele Tage hintereinander gehungert und mich dann gestern und heute morgen gewogen, und obwohl ich noch unter 100kcal zu mir genommen hatte, blieb mein Gewicht bei 60,2, wie beim Vortag.

Wer weiß, würde ich das Doxepin nicht nehmen, wäre ich wohl bei 55. Und wäre mein Stoffwechsel nicht am Arsch...

Ich wollte heute also einen Refeed machen, damit ich wieder abnehme. Ist in die Hose gegangen. Ein großer FA am Morgen und einen am Nachmittag, beide ausgekotzt.

Ich kann das Gefühl, Nahrung in meinem Körper zu haben, nicht aushalten. Aber da nie alles raus geht, denke ich, dass ich letztlich eine Kalorienbilanz habe, die für einen Refeed zu Gebrauchen ist. Oder?
Ich überlege, nochmal zu fressen. Wie wäre es mit Pommes und danach noch was Süßes? Nur heute ist essen noch erlaubt, morgen ist alles wieder beim alten, Diät. Strikt.

Aber was, wenn das Kotzen wieder nicht geht?

Ich gehe morgen nicht zur Prüfung, weil meine Papiere immer noch nicht da sind... das wird wohl auch noch was dauern.

Also her mit den Butterflys, es kann gekotzt werden, bis der Körper versagt. Ja, das möchte ich. Daran sterben. So bald wie möglich. Mit der Prüfung wird es eh nichts in absehbarer Zeit, wahrscheinlich..

17.8.10 20:04


Wenig sein.

Es ist besser als gestern, etwas erträglicher.

Mein Kopf begreift langsam, dass er nicht mehr die Hauptrolle in meinem Leben spielt, mein Herz ist da was langsamer. 

Es ist so leer, so grau. Ich denke manchmal, ich drehe durch, weil ich mit keinem spreche, weil einfach niemand da ist. Ich fange dann an, mit mir selber zu reden, oder mache Musik an und singe mit. Ich habe das Gefühl, durch Sprechen verliert man Energie, den Druck, der sich anstaut. Aber wenn man keinen zum reden hat, dann baut sich immer mehr Druck auf. Und meine Eltern sind keine so tollen Gesprächspartner. Wenn meine Mutter spricht, könnte ich kotzen, weil sie einfach keine Ahnung von nichts hat und dann noch in jedem zweiten Wort einen Fehler hat, was das Zuhören manchmal schwer macht. Und mein Vater ist immer negativ, rechthaberisch. Eine normale Diskussion ist nicht möglich, weil er immer Recht hat. Und wirft dann mit Sachen um sich, von denen er eben keine Ahnung hat. Unglaublich. Und dann sitze ich abends auf der Couch, endlich Menschen, die sprechen. Aber leider nur Müll. Und so bin ich gereizt, ziehe mich wieder zurück. Ja, das wars dann, Tag vorbei. Ich schieße mich ab und lege mich schlafen.

Schlafen ist echt doof im Moment, gestern habe ich mal statt einer, 1  1/2 Zopiclon genommen, ich bin auch vergleichsweise schnell eingeschlafen und habe sogar bis auf einen Aufwacher durchgeschlafen. Statt um neun bin ich erst um 11 aufgewacht und bin dann aufgestanden. Aber jetzt fühle ich mich immer noch etwas müde und habe mir erstmal einen starken Kaffee gemacht, der weckt ja angeblich müde Geister

Also sitze ich hier, rede mit meinem fast aufgetrunkenen Kaffee, höre das Telefon klingeln. Meine Eltern haben eine Umleitung auf ihr Handy an, deshalb muss man eine spezielle Nummer wählen, um mich hier zu Hause zu erreichen. "Früher" war es in 9 von 10 Fällen mein Freund, der mich anruft. Aber da wir nicht mehr telefonieren, weiß ich, dass es nur meine Mama ist, dann brauche ich wenigstens nicht zu laufen. Brötchen holen soll ich.

Mach ich gleich. Ich habe immer noch keinen Appetit. Das trifft sich gut, so nehme ich ab. Aber ich mache mir keinen Stress, auch wenn ich nur 200g abnehme, es ist immerhin etwas und wenn ich das durchziehe, summiert sich das irgendwann. Und es fällt mir gar nicht schwer. Manchmal knurrt mein Magen, dann trinke ich ein Glas Fanta Zero, dann ist ruhe. Oder eben einen Kaffee. Ich mag nichts essen, will auch nicht. Ich habe für mich selbst entschieden, dass ich erst wieder mehr essen werde, wenn ich die Trauer verarbeitet habe und die Liebe nachlässt, davor werde ich eh keinen Appetit haben. Und wenn ich dann vor dem gedeckten Tisch sitze, frage ich mich: Liebe ich ihn noch? Ja. Also wird nichts gegessen.

Und wie gesagt, ich habe gar kein Problem damit. Ich will immer weniger werden, immer dünner, verschwinden. Aber ich wiege mich nicht mehr, damit hab ich nur schlechte Erfahrungen in der letzten Zeit. Also kontrolliere ich es nicht, nur irgendwann, wenn ich meine, dass ich gut abgenommen habe, dann stelle ich mich vielleicht mal drauf. Aber so nicht. Es geht mir ja auch einfach darum, dünner auszusehen, dass man die Knochen wieder sieht. Ob es ein Kilo mehr ist oder weniger, egal. Gestern blieb es bei zwei Scheiben Brot, gleich esse ich ein Brötchen, dann vermutlich für den Rest des Tages nichts. Das Brot musste ich mir gestern fast reinzwingen, weil ich einfach bestrebt bin, gar nichts zu essen. Aber ich denke mir, wenn ich frühstücke, bleibt der Stoffwechsel immerhin im Gange, und so nehme ich mehr ab, als wenn ich den ganzen Tag gar nichts esse. Denn dann fährt er runter, der Grundumsatz sinkt und dann hab ich nichts mehr davon. Und ich will doch verschwinden. Denn ich werde ihn immer lieben...

11.8.10 12:14


Zerbrochen.

Es ist alles so lächerlich, so unwirklich. Als wäre ich Teil einer Fernsehshow mit versteckter Kamera, alle verfolgen mein Leben, man kann es täglich 24 Stunden beobachten.

Es ist aus... ich fasse es nicht. Ich habe mir wirklich etwas langes vorgestellt, ich dachte, der Mensch passt perfekt zu mir. Mit dem Menschen möchte ich mein Leben verbringen. Ich habe geplant, mich gefreut, auch wenn wir uns schon mal gestritten haben, habe ich ihn immer geliebt, ihn immer in Schutz genommen. Aber ich habe ihm irgendwie die Freiheit genommen, er konnte die Verantwortung, mein einziger Halt im Leben zu sein, nicht tragen. Er kam nicht mit dem dunklen Teil meines Seins klar, er meinte, er würde damit auch niemals klar kommen. Deshalb wollte er jetzt Schluss machen, weil er sieht, dass sich das mit der Erkrankung nicht so richtig zum positiven wendet, es auch für ihn immer schlimmer wird, damit es uns nicht noch schwerer fällt, wenn wir länger zusammen sind. Er meinte, es sei unfair, eine Beziehung weiter zu führen, wenn man genau weiß, dass es nichts langes wird. Das sehe ich auch so.

Aber die Gefühle, ich kann sie nicht einfach auslöschen... ich liebe ihn doch, er ist so ein guter Mensch und hat immer nur das beste für mich gewollt... wir wollen Freunde bleiben, gute Freunde, er sagte, er will mich nicht verlieren, er glaubt auch, dass ich am besten zu ihm passen würde, aber er einfach keine Beziehung mit mir führen könnte. Er kann es sich nicht vorstellen, mein Gesicht nicht mehr zu sehen.

Aber ich glaube, ich brauche erstmal etwas Distanz. Ich muss begreifen, dass ich ihn nicht mehr täglich sehe, höre. Wenn wir telefonieren, ist das nicht gut für mich, oder wenn wir uns sehen. Erstmal. Denn ich muss lernen, ihn als festen Freund gehen zu lassen, begreifen, dass ich alleine bin, ohne Partner. Wenn ich länger keinen richtigen Kontakt zu ihm hatte, habe ich mich vielleicht an den Verlust gewöhnt und wir können uns wieder freundschaftlich näher kommen. Wenn das jemals wieder möglich ist. Ich weiß nicht, wie lange ich brauchen werde, um darüber hinweg zu kommen.

Im Moment verdränge ich es alles. Nein, ach, es ist nichts passiert. Alles ist gut, durchatmen. Nein, alles ist nicht gut. Es muss in meinen Kopf rein. Wenn ich alleine bin, weine ich oft. Auch wenn ich es nicht zugebe, denke ich jetzt wieder häufiger an Selbstmord.

Wie ironisch, vor ein paar Wochen ging es mir so schlecht, ich hab mich stärker verletzt, war im KH zum Nähen, er kam dazu. Seit diesem Tag habe er Zweifel, sagte er. Er merkte, dass er dem nicht gewachsen war, "zu schwach". Ich wusste nichts davon, er hat nichts darüber gesagt. Dann ging es mir wieder besser, ich fing an, das Leben wieder zu genießen, war froh, dass ich ihn hatte, wir hatten noch viel vor... wollten zusammen sein Geburtstagsgeschenk einlösen gehen, einen Flug mit einem Tragschrauber, wir wollten zusammen fotografieren gehen, an besondere Orte, wir wollten auf ein Ballonfestival gehen, was bald statt findet. Wir wollten noch Sex im Wald haben, ja, alles so Sachen.

Ich habe mich ehrlich gesagt auch darauf gefreut, dass es mir besser geht und wir Dinge gemeinsam machen können. Ich ahne nichts, er holt mich ab - und dann das. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet.

Auf einmal wurde ich aus meiner Traumwelt gerissen, nichts mit "Partner fürs Leben". Nichts Langes. Nichts Gutes. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals so einen treffe wie ihn. Er hatte einfach die perfektesten Eigenschaften, die ich mir denken konnte. Und es ist vorbei. Es tut so weh... so sehr.

10.8.10 20:36


Planung :)

Ich habe das Gefühl, mein Leben besteht aus nichts weiter als Fressen, Kotzen, Hungern, Selbstverletzen, depressiv sein, manisch sein, Mist anstellen, sich unangemessen benehmen, planen, mich umzubringen.

Ich habe noch keinen Tag. 

Ich habe noch keine entgültige Methode, die Qual der Wahl.

Ich will in dieser Woche so viel Schönes wie möglich erleben, meine Freunde treffen, nochmal ins Phantasialand fahren. Darauf freue ich mich. Ich möchte Spaß haben, unbeschwert sein.

Wenn ich "weiß", dass es vorbei sein wird, wenn auch nicht wann genau, macht es mich freier, ich bin entlastet, fühle mich entlastet. Es ist an der Zeit, viel zu erleben. Vielleicht finde ich in den Aktionen ja viel Freude und mehr Energie.

Ich weiß es nicht...

 

20.7.10 15:06


Ready, steady, go.

Soll ich was essen? Oder lieber nichts?
Mein Magen knurrt, dabei habe ich vor 1 1/2 Stunden ein Humussandwich gegessen, das hat sicher genug Kalorien mit den Kichererbsen. Ich werde nichts essen.

Wir waren eben im Basics (Bioladen) und haben ganz viel Kram gekauft, das wäre genug für einen ausgiebigen Fressanfall:

- 4 Frühlingsrollen

- eine Packung Sojanuggets

- eine Packung Champignon-Sojaschnitzel

- eine Packung Tofubratwürste

- eine Packung Weizenweißwürste

- eine Packung Schokodoppelkekse

- eine Packung Haselnusswaffeln

- eine Packung Zitronenwaffeln

- eine Packung Pfefferminztaler

- eine Packung Schokokekstatzen

- eine Packung Toast

- zwei Zitronensojajoghurts

- eine Packung Kirsch-/Heidelbeersojajoghurts

- ein 500ml Becher Vanillejoghurt.

 

Es könnte also ordentlich abgehen.

Aber ich habe so ein verdammtes Gewissen, 30€in einer Stunde zu verfressen, so viel Geld. Ich lebe so verschwenderisch, alles landet im Klo... sogesehen bin ich ein ganz schön schlechter Mensch.

In letzter Zeit bin ich wieder etwas lebensmüder.

Ich bin gereizt und ausgelaugt, kann nicht mehr.

Ich fange an zu planen, erkundige mich über Möglichkeiten.

Eine Entscheidung werde ich noch nicht treffen, ich warte erst mal ab, bis die Tatsachen geklärt sind, ich eine sichere Methode habe und vertreibe mir die Zeit bis dahin mit Schneiden, Vereisen und Blutabnehmen.

Ich schneide wieder viel in letzter Zeit, auch gerne tief. Aber das ist ja schon seit Jahren zur Gewohnheit geworden, nur ein, zwei Schnitte, dafür bis ins untere Fettgewebe bzw. fast zur Faszie, meist mit dem Ziel, eine gut klaffende Wunde zu haben, manchmal auch mit dem Ziel eine Arterie zu treffen, was mir aber jedes Mal passiert, meist auch unfreiwillig. Aber damit kann ich umgehen.

Ich würde schon fast behaupten, dass ich meine Wunden besser versorgen und verbinden kann als so manche Krankenschwester, sowie die Lage besser beurteilen kann.

Ich war ja wegen meines Zehs im Krankenhaus, weil das Nagelbett so entzündet war. Die Entzündung wurde also rausgeschnitten und beim Verbandswechsel zwei Tage später meinte die Frau "Das gibt dann aber einen schönen Nagel!" Ich meinte: "Der Nagel wurde nicht entfernt, der Arzt hat nur die Entzündung weggeschnitten!" "Nee, das seh ich doch!". Achso, ich war ja auch nicht bei der OP dabei. Ätzend, hatte dann aber keine Lust zu diskutieren. Und der Verband sah auch doof aus und ist schon nach den ersten Schritten hochgerutscht. Wenigstens war sie sonst freundlich, sie kann ja nichts für ihre Dummheit

Achja, ich mag die Welt nicht.

Alles fuckt mich so tierisch ab... ich will weg, gehen.

 

15.7.10 19:50


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